Mulesing - eine grausame Art, Rohstoffe zu gewinnen
Wir achten strikt darauf, dass all unsere (Merino)Wollartikel "mulesingfrei" sind. Doch was verbirgt sich hinter diesem Wort?
Das Merinoschaf - für Wollertrag gezüchtet
Um den Wollertrag zu steigern wird Merino-Schafen eine extra faltige Haut angezüchtet – mehr Hautfläche, mehr Wolle. In den Hautfalten rund um den Pobereich der Schafe setzt sich Urin und Kot ab, was bestimmte Fliegen anlockt. Diese legen ihre Eier in den Falten ab, es entwickeln sich Maden, die sich unter die Haut des Schafes fressen und das Schaf regelrecht von innen auffressen (Myiasis). Vielen Schafen kostet dies das Leben, so dass hier Mulesing ins Spiel kommt und "schützen" soll:
Die grausame und fragwürdige "Lösung"
Auf eine besonders in Australien weit verbreitete, tierquälerische Weise werden fixierten Lämmern und Schafen ohne Betäubung die Häute um den Schwanz mit einem Messer oder einer Schere entfernt. Die Lämmer/Schafe erleben diese äußerst schmerzhafte Prozedur bei vollem Bewusstsein. Die Wunden werden anschließen nicht behandelt, sondern sich selbst zur Heilung und Vernarbung überlassen. Auf dem somit "erstellten" Narbengewebe kann keine Wolle mehr wachsen, womit alles glatt und faltenfrei und auch unattraktiv für die Fliegen bleibt.
Es geht auch anders!
Tierschützer auf der ganzen Welt protestieren seit langem gegen diese Praktik, doch viele Farmer in Australien halten an dem Verfahren fest. Mulesing wird vor allem in Australien angewendet, wobei dieses Land rund drei Viertel der weltweit verarbeiteten Merinowolle liefert. Laut Tierschutzbund sind lediglich 10 Prozent der australischen Wolle mulesingfrei. In Neuseeland und Südafrika ist die tierquälerische Praxis verboten, so der Deutsche Tierschutzverbund. In Argentinien, das auch Merinowolle exportiert, wurde dieses Verfahren nie angewendet, weil dort diese bestimmte Fliegenart nicht vorkommt, ebenso wenig wie in Europa.